Interview: Dr. Raphael Volz, Geschäftsführer nogago GmbH

Von Hendrik | Juni 17th, 2011 | Keine Kommentare »

Ich freue mich nach langer Zeit wieder ein Interview im Angebot zu haben. Dr. Raphael Volz, Geschäftsführer der Nogago GmbH, die die namensgleiche Anwendung Nogago Outdoor herstellt, steht uns heute Rede und Antwort.

  1. Erzählen Sie etwas über sich

    Ich habe Softwareentwicklung studiert und habe einen Doktor in Informatik. Seit 1993 entwickle ich kommerzielle Software. Auch habe ich einige Open Source Beiträge zum Semantischen Web erstellt (siehe auch: kaon.semanticweb.org). 2008 habe ich eine Beratungsfirma gegründed, ebenfalls habe ich im Oktober 2009 nogago gegründet, die sich um den Verkauf einer intern entwickelten Software kümmert, nachdem die Prototypanwendung bereits 10000 Anwender hatte und einige Preise für den Business Pläne im Outdoor Navigationsbereich gewonnen hatte (European Satellite Navigation Competition 2009 und start2grow 2009).

  2. Welchen BlackBerry nutzen Sie jetzt und welche Smartphones haben Sie in der Vergangenheit genutzt?

    Ich benutze einen Bold 9000, in der Firma habe ich mit allen möglichen Modellen einschließlich Storm und Torch gespielt, aber für mich gibt es nur den Bold, da ich damit am besten Emails schreiben kann. Früher habe ich bereits Sony Ericsson Smartphones, Palms und sogar einen Apple Newton benutzt, bevor ich zu den BlackBerrys gewechselt bin.

  3. Warum macht es Sinn für den BlackBerry zu entwickeln?

    Aus kommerzieller Sicht mach die BlackBerryplattform Sinn. Es ist die einzige Plattform auf der man seine Anwendungen selber veröffentlichen kann (wie beispielsweise nogago.com), während dies bei der Konkurenz nicht möglich ist (Android erlaubt dies theoretisch, aber die Anwender müssen erst explizit Nicht-Android-Market-Anwendungen zulassen, während man auf dem iPhone diese Möglichkeit nur in ganz großen Firmen hat). Aus Entwicklersicht hat sich die Lage seit dem letzten Jahr erheblich verbessert (bessere Dokumentation und Entwicklungsumgebung), davor war es beinahe unmöglich, zumindest für Entwicklerfrischlinge (von denen die ganzen Mini-Anwendungen stammen).

  4. Abgesehen von Ihrenen eigenen, welche sind Ihre Lieblingsblackberryanwendungen?

    Die Nachrichtenanwendung ist großartig, weiterhin Google Sync (für mich als Google Firmenkunde) und weiterhin gefällt mir Oanda’s Währungsrechner.

  5. Was ist Ihr bester Trick auf dem BlackBerry?

    Wir lieben es mit der LED zu spielen und natürlich Tastaturkürzel (innerhalb der eigenen Anwendungen als auch in den original Anwendungen).

  6. Was fehlt dem BlackBerry am meisten?

    Dem Gerät fehlt noch ein elektronischer Kompass. Aus Entwicklersicht sollte die Stimmerkennung zugänglich sein und die Netzwerkfunktionalität sollte vereinfacht werden.

  7. Wohin wird sich der Fokus der BlackBerrysoftwareentwicklung in den nächsten Monaten hin entwickeln?

    Viele Anwendungen werden Gegenstücke bereits bekannter Webseiten sein.

  8. Wohin bewegt sich die BlackBerry Plattform in den nächsten 3 bis 5 Jahren?

    Ich bin mir nicht sicher, ob der BlackBerry der gleiche sein wird wie heute. Möglicherweise ist es für RIM einfacher auf Android aufzubauen und dann die eigenen Anwendungen exklusiv zu vertreiben auf der eigenen Hardware zusammen mit der großartigen Push-Funktion auf der Netzwerkseite und dem großartigen Gerätemanagement auf Geschäftskundenseite. Das Playbook ist zu spät auf dem Markt, die Konkurenz hat ihre Geräte bereits auf dem Markt.

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