BlackBerry – reine Zeitverschwendung?

Von b | August 31st, 2007 | Keine Kommentare »

Die Welt geht in dem Artikel “Wie Blackberry und Mails die Leistung mindern” darauf ein, dass der Mensch nicht auf multitasking ausgelegt ist und einige “Hilfsmittel” nicht mehr Leistung, sondern oft weniger Leistung bringen.

Am besten wäre es, den kleinen gelben Briefumschlag einfach zu ignorieren. Aber sobald er rechts unten auf dem Computerbildschirm auftaucht, reagieren die meisten sofort. Sie haben eine neue E-Mail bekommen. Und die könnte ja wichtig sein. Ein großer Fehler. Denn damit begibt man sich freiwillig in das Zentrum des Wahnsinns, das Internet, Telefon, Fax und Handy aus vielen Büros gemacht haben.

Dabei sollten all diese Geräte die Arbeit eigentlich nur schneller machen. Und das haben sie auch geschafft. Daran sollte man immer denken, bevor man sich Zustände wie in den 80er-Jahren zurückwünscht – als es noch eine kleine Sensation war, wenn das Faxgerät Nachrichten ausspuckte.
Aber offenbar überfordern viele gleichzeitig eintreffenden Informationen die Menschen, da sie aus ihrer eigentlichen Arbeit herausgerissen werden. In den USA hat sich mit der „Interruption-Science“ sogar ein eigener Forschungszweig entwickelt, der die Folgen von ständigen Unterbrechungen untersucht. „Problematisch wird es vor allem, wenn man gleichzeitig Entscheidungen treffen muss“, sagt Torsten Schubert vom Institut für Psychologie der Humboldt-Universität Berlin. „Beide zusammen dauern dann länger, als wenn man sie hintereinander abgearbeitet hätte.“

Dreieinhalb Jahre Lebenszeit-Verlust durch E-Mail-Müll

Wer also gerade überlegt, ob er einen Geschäftspartner am Donnerstag oder Freitag treffen will, sollte nicht parallel entscheiden, ob er einen Mitarbeiter auf Dienstreise schickt. Genau das passiert aber, wenn der Reiseantrag via E-Mail auf dem Bildschirm auftaucht, man selbst aber in Gedanken in einem ganz anderen Thema steckt. Allein mit überflüssigen E-Mails verplempern Manager dreieinhalb Jahre ihres Lebens, wollen Wissenschaftler des Henley Management College im englischen Oxfordshire herausgefunden haben. Dafür haben sie 181 Führungskräfte aus verschiedenen Branchen in Deutschland, Großbritannien, Dänemark und Schweden befragt. 60 Prozent von ihnen gaben an, dass sie jeden Tag zwei Stunden oder mehr allein mit Lesen und Beantworten von E-Mails verbringen.
In Ruhe eine Stunde nur an einem Thema zu arbeiten ist so fast ausgeschlossen. Denn Kollegen und erst recht Chefs haben sich längst daran gewöhnt, ihre Mitarbeiter jederzeit zu erreichen. Sie erwarten es sogar. Und das macht die Sache kompliziert. Wer länger als einen halben Tag nicht auf eine E-Mail antwortet, muss sich dafür meist schon rechtfertigen. Selbst ein Termin irgendwo außerhalb des Büros kann dies nur in Ausnahmefällen entschuldigen. Dafür gibt es schließlich den Blackberry.


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